Was nehmen Sie im Außen wahr?

Durch das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten können wir uns ein Bild der Welt „da draußen“ machen. Allerdings ist es kaum möglich, wirklich alles mitzubekommen, was sich in jedem Moment um uns herum an Sinneseindrücken entfaltet. Wie bekommen wir also eine bestmögliche Übersicht?

 


Facts

 

An diesem Punkt im mbxp-Loop geht es ums „Wahrnehmen“. Versuchen Sie also, möglichst objektive und konkrete Tatsachen zu sammeln. Dies können z.B. Daten, Fakten, Voraussetzungen, Wahrnehmungen, Beobachtungen, Erfahrungen oder eigene Beiträge im Zusammenhang mit der Eingangsfrage sein. Wichtig ist, hier wirklich wachsam zu unterscheiden, ob es sich um eine Wahrnehmung oder eine Interpretation oder gar eine Bewertung handelt (siehe „Mindsets“). Schnell wird dies alles nämlich vermischt! Bitte achten Sie darum auf eine sorgfältige, nuancierte, detailreiche Beschreibung Ihrer Beobachtung. Formulieren Sie diese anschaulich, sodass andere sich darunter etwas vorstellen können.

 


Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

Permanent  sind wir von einer ungeheuren Menge an möglichen Informationen in unserer Außenwelt umgeben. Manche Untersuchungen gehen davon aus, dass dies pro Sekunde zwischen 11.000.000 bis 15.000.000 Bit sind. Dazu zählen visuelle Eindrücke, kinästhetische Informationen (das, was wir ertasten), Gerüche, Geräusche und unterschiedliche Geschmackseindrücke. Allerdings sind wir nicht in der Lage, all diese Informationen bewusst wahrzunehmen und zu verarbeiten.

 

Bewusst wahrnehmen können wir nur zwischen 40 bis 60 Bit/sec. – das entspricht ungefähr einer siebenstelligen Telefonnummer! Der größte Teil unser wahrgenommenen Informationen bleibt also unbewusst. Das heißt jedoch nicht, dass diese Informationen nicht wahrgenommen oder für uns nicht zugänglich wären (siehe „Body“). Es bedeutet nur, dass wir in dem Moment der Wahrnehmung etwas anderes bewusster aufgenommen haben. Die Auswahl der Wahrnehmungen werden durch Wahrnehmungs- und Denkmuster entscheidend beeinflusst. Jeder Mensch neigt dazu, die „Wirklichkeit“ durch die Brillen seiner Absichten, Wünsche und eigenen Bedürfnisse zu sehen. Auch beurteilen wir die Zukunft gemäß unserer Erfahrungen aus der Vergangenheit (siehe auch „Mindsets“).

 

Achtsam wahrnehmen

Wenn wir die Realität unseres Lebens begreifen wollen, während wir es leben, müssen wir uns der einzelnen Augenblicke bewusst werden. Andernfalls können viele Stunden, ganze Tage oder sogar unser ganzes Leben unbemerkt verstreichen. Unsere Gedanken wirken dabei manchmal wie eine Brille und ohne es zu bemerken, färben wir alles um und drücken allem damit unseren speziellen Stempel auf.

 

Konzentration ist einer der Eckpfeiler achtsamer Wahrnehmung. Ihre Achtsamkeit wird immer nur so stark sein wie die Fähigkeit Ihres Geistes, ruhig und gesammelt bei einem Objekt zu verweilen. Konzentration lässt sich entweder gleichzeitig mit der Achtsamkeit oder auch separat davon üben. Eine Möglichkeit Konzentration oder Achtsamkeit oder beides zu trainieren ist die regelmäßige Meditationspraxis (siehe FAQ).

 

 

Konstruktivistische Sicht

Text folgt

 

Experimente für mehr Bewusstheit in diesem Bereich:

 

  • Versuchen Sie einmal, Ihre Aufmerksamkeit für kurze Zeit auf ein beliebiges Objekt zu richten. Wahrscheinlich werden Sie dann feststellen, dass Sie sich immer wieder bewusst erinnern und ermahnen müssen, wach und aufmerksam dabei zu bleiben, d.h. tatsächlich zu schauen, zu fühlen etc. und dabei zu sein, ohne abzuschweifen.
  • Fragen Sie sich in diesem Augenblick: Bin ich wach? Wo befindet sich mein Geist jetzt?
  • Experimentieren Sie immer wieder damit, was Sie wahrnehmen, wenn Sie etwas wahrnehmen. Sie können dies z.B. praktisch ausprobieren, indem Sie andere Menschen beobachten und sich bewusst werden, ob Sie sie wirklich sehen oder ob Sie nur die Gedanken sehen, die Sie im Bezug auf diese Menschen haben („Das ist eine hübsche Frau mit einem modischen Hut, der bestimmt teuer war!“)

Einige hilfreiche Fragen (zum Anklicken) an diesem Punkt:

Was erlebten Sie, als der Ursprung ihres Problems bzw. ihrer Frage entstand?

Bitte schließen Sie alle sinnlich erlebbaren Details mit ein: was haben Sie gesehen, gehört, gerochen, geschmeckt und körperlich gespürt?

Wie, wo und mit wem waren Sie zusammen, als dieses Problem bzw. diese Frage entstand?

Was passierte genau? Wo, wann und mit wem? Was taten Sie da? Was die anderen? Wie sah die Situation im Detail aus? Bitte notieren oder visualisieren Sie Ihre Beobachtungen so objektiv wie möglich. 

Wodurch wurde diese Empfindung und dieses Gefühl bei Ihnen erzeugt?

Überlegen Sie, was die Körperempfindungen und Gefühle am Punkt „Body“ ausgelöst haben könnte.