Die Zeitmaschine in uns

Viele Menschen träumen davon, mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit oder die Zukunft zu reisen. Mit einem solchen Gerät könnte man z.B. mal eben im alten Rom oder bei den Dinosauriern vorbeischauen oder vielleicht auch ins Jahr 3000 reisen oder zumindest in die nächste Woche, um endlich die richtigen Zahlen für einen Sechser im Lotto zu notieren. Tatsache ist: wir alle sitzen fast immer in einer Zeitmaschine – und merken es noch nicht einmal!

 

Auf in die Vergangenheit …

 Wenn Sie sich an etwas erinnern, was vergangen ist – sagen wir Ihren letzten hoffentlich sehr schönen Urlaub – geben Sie diesem Ereignis in der Vergangenheit eine Bedeutung („Es war toll!“ = positive Bedeutungsgebung). Vielleicht kommt sehnsüchtige Freude in Ihnen auf, die Sie unter Umständen als Wärme in Ihrem Brustkorb oder als Lächeln in Ihrem Gesicht körperlich spüren können (Gefühl & Körperempfindung = Auswirkung). Diese Auswirkung spüren Sie nicht gestern oder sonst irgendwann in der Vergangenheit sondern JETZT.

 

Mit dem umgekehrten Vorzeichen funktioniert dies natürlich auch. Eine Erinnerung an ein ärgerliches Versehen, einen schlimmen Unfall oder den Tod einer uns nahestehenden Person kann augenblicklich Groll, Traurigkeit, Hitze, Frösteln, Verkrampfung, einen Klos im Hals oder ähnliches zur Folge haben. Wiederum sind diese gefühlsmäßigen oder körperlichen Auswirkungen dieser Erinnerungen fast unmittelbar im JETZT zu spüren.

 

… oder zurück in die Zukunft

Sie ahnen es: diese gedankliche Reise mit positiven bzw. negativen Auswirkungen auf unser Befinden im jetzigen Moment erfolgt selbstverständlich nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in Richtung Zukunft. Schlimmer noch: wenn wir ehrlich sind, halten wir uns so gut wie nie wirklich und dauerhaft im „Jetzt“ auf! Schwupps, schon kommt der nächste Gedanke vorbei und nimmt uns wieder mit in eine scheinbare Endlosschleife in der Zeitmaschine. Doch wie können wir überhaupt jemals im jetzigen Moment ankommen? In diesem einzigen Zeitpunkt, in dem wir tatsächlich leben und uns verändern können?

  

Mit Achtsamkeit im JETZT landen

In den jetzigen Moment, diesen besonderen Punkt, gelangen wir mit Hilfe unserer Achtsamkeit. Durch sie können wir wach und aufmerksam erkunden, was unsere Augen und Ohren, unsere Nase und der Mund sowie unser Tastsinn uns in diesem Moment von der äußeren Welt erfahren lassen. Tun wir dies mit „Anfängergeist“, d.h. ohne Erwartungen und Konzepte, befinden wir uns ganz „Hier“.

 

Doch es gibt eine noch einfachere und sicherere Methode, um im JETZT anzukommen: die Wahrnehmung unseres Körpers. Denn er kann niemals in der Vergangenheit oder in der Zukunft sein, sondern befindet sich immer im jetzigen Moment!

 

Der präsente Kontakt zum Körper (mit seinen ständig wechselnden Körperempfindungen) und zum Atem (mit der von unserer Geburt bis zu unserem Tod fließenden Ein- und Ausatmung) ist ein perfekter Anker, um immer wieder neu ins JETZT zurück zu gelangen. Und das JETZT – dieser eine Punkt jenseits der Zeit –  ist der Ort, von dem aus wir das „Lasso der Achtsamkeit“ werfen können, um den mindfulness-based xploration process zu beginnen.