Welche Gefühle und Empfindungen sind jetzt da?

Unser Körper – dieses Wunderwerk – ist immer für uns da. Leider schenken wir ihm oft recht wenig Beachtung, es sei denn, er funktioniert nicht so, wie wir es gerne hätten, z.B. während einer Krankheit oder nach einer Verletzung. Dabei hat er uns in jedem Moment viel Wichtiges zu erzählen.

   


Body

 

An dieser Stelle im mbxp-Loop geht es ums „Fühlen“ und zwar sowohl von Gefühlen als auch von Körperempfindungen. Ihr Körper ist der Punkt, an dem Sie mit dem mbxp-Loop beginnen, um Ihre Fragestellung mit dem jetzigen Moment zu verbinden. Dies geschieht entlang der Schritte:

1. Atem (Wie fließt mein Atem in diesem Moment?),
2. Verkörpern (Wie fühlt sich meine Frage im Körper an?),
3. Benennen (Worauf richtet sich meine Frage?),
4. Sein-lassen (Frage wieder loslassen) und
5. Danken & willkommen heißen (Dem Entstehen vertrauen).

Wenn Sie diese fünf Schritte absolviert haben, bewegen Sie sich immer entlang des mbxp-Loops, ganz gleich in welche Richtung und so lange, wie Sie möchten.


Sie werden bemerken: Ihr Körper ist auch der Punkt, an den Sie während des mindfulness-based xploration process immer wieder zurückkehren, um Ihre Erkenntnisse oder Entscheidungsoptionen auf Stimmigkeit zu überprüfen.

 


Unser Körper ist in vielerlei Hinsicht weise, eine Tatsache, die in unserer Kultur häufig kaum gewürdigt wird. Unser Körper birgt intuitives Wissen darüber in sich, wie wir unser Leben leben, was wir schätzen und woran wir glauben, was wir benötigen, um uns ungehindert entfalten zu können. Er weiß, was uns emotional verletzt hat und wie wir es heilen können. Und unser Körper weiß, welcher nächste Schritt uns einem erfüllteren Leben näherbringt. Wie kommt das?

 

Unser Hirn im Körper

Die modernen Neurowissenschaften entschlüsseln mit Hilfe der sogenannten „Bildgebenden Verfahren“ (z.B. der funktionellen Magnetresonanztomografie, fMRT)  immer mehr die Funktionsweisen und Bereiche unseres Gehirns. Sehr vereinfacht gesagt haben wir nämlich nicht ein Hirn sondern mindestens drei, gewissermaßen ein  „Dreieiniges Gehirn“, wie der US-amerikanische Hirnforscher Paul McLean es formuliert.

 

Der älteste Teil ist der Hirnstamm (Stammhirn), der sehr grundlegende Funktionen wie z.B. die Atmung und den Flucht-Kampf-Totstell-Reflex steuert.  In der Mitte unseres Gehirns befindet sich (Überraschung!) das Mittelhirn (Limbisches System), das u.a. für die Emotionsverarbeitung zuständig ist. Die dünne Schicht darüber an der Oberfläche unseres Gehirns, die einer schrumpeligen Badekappe gleicht,  ist die Großhirnrinde (Cortex). Besonders der Teil des Cortex im Bereich unserer Stirn scheint u.a. fürs Denken und Planen verantwortlich zu sein.

 

Während wir die Gedanken unserer Großhirnrinde bewußt „denken“ können, äußert sich das „Denken“ des Mittelhirns eher indirekt durch Emotionen (bzw. Gefühle) und Körperempfindungen. Der Neurowissenschaftler Antonio Damasio erklärt dies folgendermaßen: Emotionen sind das, was unser Limbisches System erlebt. Gefühle sind die von der Großhirnrinde beurteilten Emotionen. Der Bote zwischen den beiden ist der Körper. Mit etwas Übung können Sie auch diese – wie Damasio sie nennt – „Somatischen Marker“ mit in den Explorationsprozess einbeziehen. Der Eindruck von Stimmigkeit ist z.B. ein Ausdruck dieses eher intuitiven Denkens.

 

Den Kontakt zum Körper verbessern

Es ist möglich, den Kontakt zum eigenen Körper und somit auch zu dessen Weisheit durch spezielle Achtsamkeitsübungen zu trainieren und somit zu verfeinern. Eine dieser Achtsamkeitsübungen ist der sogenannte „Body-Scan“, bei dem Sie sich allen Teilen Ihres Körpers mit Achtsamkeit zuwenden, um die dort auftauchenden Körperempfindungen von Moment zu Moment zu beobachten.

 

Auch Sitz- und Gehmeditation sowie achtsame Bewegungsübungen sind sehr gut geeignet, um die Innenwahrnehmung des Körpers (die sogenannte Interozeption) zu trainieren und sich mit den Signalen des Körpers vertraut zu machen. Diese und andere Techniken erlernen Sie während eines mbxp-Trainings.

  

 

Experimente für mehr Bewusstheit in diesem Bereich:

 

  • In welcher Körperhaltung befinden Sie sich jetzt? Womöglich etwas zusammengesunken oder angespannt vor Ihrem Bildschirm. Halten Sie einen Moment inne, um Ihren Körper in diesem Moment bewusst zu spüren.
  • Bemerken Sie einmal, welche dieser Körperempfindungen Sie automatisch als „angenehm“ oder „angenehm“ empfunden haben. Ist es möglich, diese Bewertung für einige Momente loszulassen, um die bloße Qualität der Körperempfindungen wahrzunehmen?
  • Nun versuchen Sie, Ihren Atem wahrzunehmen. Wo können Sie ihn spüren? Im Bereich Ihrer Nase? Im Rachen? Am Oberkörper vorne oder hinten? Im Bauchbereich? Wo ist diese Beobachtung am einfachsten und wie fließt ihr Atem in diesem Moment? Können Sie ihn ganz natürlich ein- und ausströmen lassen, ohne ihn zu verändern?

Einige hilfreiche Fragen (zum Anklicken) an diesem Punkt:

Wie kann ich aus meinem „Problem“ eine oder mehrere Fragen formulieren?

Schreiben Sie alle auf, aussortieren oder priorisieren können Sie dann danach!

Bin ich mit meiner Frage eher auf die Vergangenheit oder auf die Zukunft gerichtet?

Versuchen Sie, diese geistige Aktivität zu benennen (z.B. mit „Planen“, „Erinnern“, „Träumen“, „Grübeln“, etc.) und spüren Sie dann körperlich nach, ob diese Benennung sich stimmig anfühlt.

Wo im Körper spüre ich Empfindungen?

Gibt es irgendwo Anspannung, Verkrampfung? Wärme, Kälte? Kribbeln, Pulsieren?

Wie fühlt sich meine Frage im Körper an?

Achten Sie dabei besonders auf den Bereich von Kehle, Brustraum und Bauch.

Wie fließt mein Atem jetzt, wenn ich an diese Frage denke?

Achten Sie darauf, wo im Körper Sie den Atem am einfachsten spüren können und lassen Sie ihn ganz natürlich fließen ohne ihn zu verändern.